WordPress & DSGVO: Website datenschutzkonform machen
WordPress-Seiten sind selten an der Plattform schuld, sondern an Themes, Plugins und eingebetteten Inhalten, die ungefragt Daten an Dritte schicken. Diese Schritt-für-Schritt-Checkliste zeigt dir die typischen Baustellen — und wie du sie im Netzwerk-Tab deines Browsers selbst prüfst.
WordPress betreibt einen großen Teil aller Websites — und genau deshalb tauchen hier dieselben Datenschutz-Baustellen immer wieder auf. Das liegt selten an WordPress selbst: Eine frische Installation lädt kaum externe Dienste. Kritisch wird es durch das Ökosystem darum herum — Themes, die Schriften von Google ziehen, Plugins, die Analytics oder Marketing-Pixel setzen, Cookie-Banner-Plugins, die nur Fassade sind, und eingebettete Inhalte wie YouTube oder Google Maps. Dieser Beitrag erklärt neutral, wo die typischen Probleme liegen, und führt dich mit einer Checkliste Punkt für Punkt durch das, was du selbst prüfen und umstellen kannst.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine technische Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel ziehst du am besten deine Datenschutzbeauftragte oder einen Fachanwalt hinzu.
Warum WordPress typische Datenschutz-Baustellen hat
Der Reiz von WordPress ist seine Erweiterbarkeit: Für fast jede Funktion gibt es ein Theme oder ein Plugin. Genau diese Bausteine bringen aber oft eigene Drittdienste mit, ohne dass man es merkt. Ein Theme bindet Google Fonts dynamisch ein und überträgt damit die IP-Adresse deiner Besucher an einen Google-Server. Ein Analytics-Plugin setzt beim Seitenaufruf Cookies. Ein Bewertungs-, Karten- oder Video-Block lädt ein Widget, das eigene Skripte und Cookies nachzieht. Und Page-Builder ziehen häufig Icon-Sets oder Schriften von externen Servern.
Der gemeinsame Nenner: Nicht WordPress überträgt die Daten, sondern die einzelnen Erweiterungen — und zwar oft schon, bevor jemand in ein Cookie-Banner eingewilligt hat. Die gute Nachricht ist, dass sich die meisten dieser Punkte gezielt entschärfen lassen. Die folgende Checkliste geht sie der Reihe nach durch. Einen schnellen ersten Eindruck, welche Drittdienste deine Seite überhaupt lädt, bekommst du in rund einer Minute mit dem kostenlosen Schnellcheck.
Die WordPress-DSGVO-Checkliste
1. Google Fonts im Theme lokal einbinden
Viele Themes laden Schriften dynamisch von fonts.googleapis.com bzw. fonts.gstatic.com. Dabei wird die IP-Adresse deiner Besucher an einen Google-Server übertragen — in der Regel ohne Einwilligung. Die saubere Lösung ist Self-Hosting: Schriften lokal über deine eigene Domain ausliefern. Manche Themes bieten dafür eine Option, ansonsten helfen Plugins, die Google Fonts lokal bereitstellen, oder das händische Einbinden per @font-face.
Im Netzwerk-Tab prüfen: Seite öffnen, F12 → „Netzwerk", neu laden, nach „font" oder „google" filtern. Tauchen Requests an googleapis oder gstatic auf, lädt deine Seite Schriften noch extern. Tiefer steigt der eigene Ratgeber Google Fonts lokal einbinden ein.
2. Analytics & Tag Manager nur nach Consent laden
Analytics-Werkzeuge und der Google Tag Manager (GTM) sind in der Regel einwilligungspflichtig. In WordPress werden sie oft über ein Plugin oder fest im Theme eingebunden — und feuern dann schon beim Seitenaufruf, lange bevor jemand zugestimmt hat. Sorge dafür, dass nicht notwendige Tags erst nach einer aktiven Einwilligung laden: über einen Einwilligungs-Trigger deines Consent-Tools oder einen sauber konfigurierten Consent-Mode.
Im Netzwerk-Tab prüfen: In einem privaten Fenster die Seite laden, im Banner nichts anklicken und nach google-analytics, googletagmanager oder doubleclick filtern. Erscheinen diese Requests vor dem Klick, lädt Tracking ungefragt. Details dazu im Ratgeber Feuern Tracker vor der Einwilligung?
3. Cookie-Consent-Plugin richtig konfigurieren
Ein Banner-Plugin allein macht keine Seite konform. Entscheidend ist, dass es die Skripte tatsächlich blockiert, bis eine Einwilligung vorliegt — nicht nur einen Hinweis anzeigt. Achte außerdem darauf, dass „Ablehnen" ähnlich einfach erreichbar ist wie „Akzeptieren", dass nicht notwendige Kategorien nicht vorausgewählt sind und dass eine getroffene Wahl auch respektiert wird.
Im Netzwerk-Tab prüfen: Auf „Ablehnen" klicken und beobachten, ob danach trotzdem Tracker laden. Unter dem Tab „Anwendung" (Chrome/Edge) bzw. „Speicher" (Firefox) bei Cookies kontrollieren, ob schon vor dem Klick Analyse- oder Marketing-IDs gesetzt sind — ein reines Cookie für die Banner-Auswahl ist dagegen unkritisch.
4. Embeds (YouTube, Maps) per Zwei-Klick-Lösung
Eingebettete Inhalte sind ein häufiger blinder Fleck. Ein YouTube-Video oder eine Google-Maps-Karte lädt beim Aufruf der Seite Skripte und Cookies des Drittanbieters — auch hier ohne Einwilligung. Die übliche Lösung ist eine Zwei-Klick-Variante: Statt des Originals zeigst du zunächst eine Vorschau bzw. Platzhalter; der externe Inhalt lädt erst, wenn die Besucherin aktiv darauf klickt und damit einwilligt. Viele Consent-Plugins und einige Embed-Plugins bringen so eine Zwei-Klick-Funktion mit.
Im Netzwerk-Tab prüfen: Auf einer Seite mit Video oder Karte vor jeder Interaktion nach youtube, ytimg, googlevideo oder maps.googleapis filtern. Treffer vor dem Klick deuten auf ein Embed hin, das ungefragt lädt.
5. Kontaktformular-Plugin: TLS und Einwilligung
Über Kontakt- und Anmeldeformulare werden personenbezogene Daten erhoben. Achte auf zwei Dinge: Die Übertragung muss verschlüsselt erfolgen (HTTPS/TLS), und die Erhebung braucht eine nachvollziehbare Grundlage. Ein Einwilligungs-Hinweis mit Link zur Datenschutzerklärung ist üblich; eine vorangekreuzte Checkbox ist keine wirksame Einwilligung. Prüfe zudem, ob dein Formular-Plugin Daten an externe Dienste schickt (etwa Spam-Schutz oder ein CRM) — solche Drittübermittlungen gehören benannt und gegebenenfalls abgesichert.
Im Netzwerk-Tab prüfen: Beim Absenden beobachten, an welchen Host das Formular sendet, und ob das Schloss-Symbol bzw. https:// in der Adresszeile steht. Im Netzwerk-Tab erkennst du außerdem, ob das Formular zusätzliche Drittdienste (z. B. ein externes Captcha) kontaktiert.
6. Impressum und Datenschutzerklärung pflegen
Impressum und Datenschutzerklärung müssen vorhanden, leicht auffindbar und vor allem aktuell sein. Der häufigste Fehler ist nicht das Fehlen, sondern die Lücke zwischen Text und Technik: In der Datenschutzerklärung steht ein Dienst, den es längst nicht mehr gibt — oder ein eingesetzter Tracker fehlt. Gleiche deshalb die tatsächlich geladenen Drittdienste regelmäßig mit deiner Datenschutzerklärung ab.
So prüfst du: Liste die im Netzwerk-Tab gefundenen fremden Hosts auf und vergleiche sie mit den in deiner Datenschutzerklärung genannten Diensten. Wie das systematisch geht, zeigt der Ratgeber Datenschutzerklärung vs. Realität.
7. Server, Hoster und AVV
Dein Webhoster verarbeitet in deinem Auftrag personenbezogene Daten — etwa Server-Logfiles mit IP-Adressen und die Datenbank deiner WordPress-Installation. Dafür ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO die übliche Grundlage; seriöse Hoster stellen einen bereit. Dasselbe gilt für weitere Dienstleister, die du über Plugins anbindest (Newsletter-, Analyse-, Backup- oder Formular-Tools). Verschaffe dir einen Überblick, welche Dienste mitlesen, und kläre die jeweils nötigen Verträge.
So prüfst du: Geh deine aktiven Plugins durch und notiere, welche Daten an externe Anbieter fließen. Für jeden externen Verarbeiter brauchst du in der Regel einen AVV und einen Eintrag in deiner Datenschutzerklärung. Welche Verträge konkret erforderlich sind, klärst du am besten fachkundig.
konfora lädt deine Seite automatisiert und prüft in 16 Bereichen unter anderem externe Schriften, Tracker vor Einwilligung, Consent-Banner, eingebettete Inhalte, Formulare und die Verschlüsselung. Der Report macht solche Funde sichtbar — als technische Bestandsaufnahme mit konkreter Aufgabenliste, nicht als Rechtsgutachten.
Der vollständige Report als PDF liegt bei 14,99 € (Einmalkauf, kein Abo) und zeigt konkret, wo deine WordPress-Seite steht — mit priorisierter Aufgabenliste. Den Zugang zu deinem Report bekommst du per Magic-Link an deine E-Mail.
Kurz zusammengefasst
- WordPress selbst ist selten das Problem — Themes, Plugins und Embeds übertragen die kritischen Daten, oft schon vor jeder Einwilligung.
- Die Kernpunkte: Google Fonts lokal einbinden, Analytics/GTM nur nach Consent laden, das Cookie-Plugin so konfigurieren, dass es wirklich blockiert, und Embeds als Zwei-Klick-Lösung umsetzen.
- Formulare brauchen TLS und eine saubere Einwilligung; Impressum und Datenschutzerklärung müssen aktuell sein und zur tatsächlich geladenen Technik passen.
- Für Hoster und externe Dienste ist in der Regel ein AVV nach Art. 28 DSGVO nötig. Prüfen kannst du das meiste selbst im Netzwerk-Tab — Treffer auf fremde Hosts vor dem Klick sind das zentrale Warnsignal.
Dieser Beitrag liefert technische Hinweise und mögliche Risiken, keine Rechtsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung deiner konkreten Situation wendest du dich an deine Datenschutzbeauftragte oder einen Fachanwalt. Den passenden Prüfbereich findest du unter Datenschutz-Check für Websites.
Häufige Fragen
- Ist WordPress „von Haus aus" DSGVO-konform?
- Nein und ja. Eine frische WordPress-Installation lädt selbst kaum Drittdienste. Datenschutz-Baustellen entstehen fast immer durch Themes, Plugins und eingebettete Inhalte: Ein Theme bindet Google Fonts dynamisch ein, ein Plugin setzt Analytics oder ein Marketing-Pixel, ein Block bettet ein YouTube-Video ein. Datenschutzkonform wird die Seite nicht durch die Plattform selbst, sondern durch die Konfiguration dieser Bausteine.
- Welche WordPress-Plugins sind typische Datenschutz-Risiken?
- Vor allem alles, was Drittdienste nachlädt: Analytics- und Tag-Manager-Plugins, Social-Media- und Pixel-Plugins, Karten- und Video-Embeds, Schriftarten-Plugins sowie Page-Builder, die externe Fonts oder Icon-Sets ziehen. Nicht das Plugin an sich ist das Problem, sondern dass es ohne Einwilligung Daten an externe Server überträgt. Prüfe pro Plugin im Netzwerk-Tab, welche fremden Hosts es kontaktiert.
- Reicht ein Cookie-Banner-Plugin aus, damit WordPress konform ist?
- Ein Banner-Plugin allein genügt nicht. Entscheidend ist, dass nicht notwendige Skripte erst nach einer aktiven Einwilligung laden. Viele Banner zeigen nur an, während Analytics oder Pixel im Hintergrund schon feuern. Du musst die Tracker tatsächlich an die Einwilligung koppeln — und im Browser prüfen, dass vor dem Klick nichts Einwilligungspflichtiges lädt.
- Wie prüfe ich, ob mein WordPress-Theme Google Fonts dynamisch lädt?
- Öffne deine Seite, drücke F12, gehe auf „Netzwerk" und lade neu. Filtere nach „font" oder „google" und sieh nach, ob Requests an fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com auftauchen. Alternativ durchsuchst du den HTML-Quelltext nach googleapis und gstatic. Treffer deuten auf eine dynamische Einbindung hin, die du auf lokale (self-hosted) Schriften umstellen solltest.
- Brauche ich für meinen WordPress-Hoster einen AVV?
- Wenn ein Dienstleister in deinem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet — etwa dein Webhoster, der Logfiles und Datenbanken speichert — ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO die übliche Grundlage. Seriöse Hoster stellen einen AVV bereit. Dasselbe gilt für externe Dienste wie Newsletter-, Analyse- oder Formular-Tools. Welche Verträge du konkret brauchst, klärst du am besten fachkundig ab.